Historischer Beschluss für ein Feuerwehrhaus

NOZ-Bericht vom 20.10.2012 von Henning Müller-Detert Hagener Rat gibt Startschuss für 1,1 Millionen Euro teuren Neubau Hagen. Es war nicht der Abend der zurückhaltenden Worte: Als es zur Abstimmung kam, sprach der Ratsvorsitzende Aloys Grba von einem „historischen Beschluss“. Auf der Hagener Ratssitzung am Donnerstagabend stimmten alle Ratsmitglieder für den Neubau des Feuerwehrhauses an der Hüttenstraße. Die Gemeinde wird voraussichtlich 1,1 Millionen Euro investieren.

Vorbereitet wurde der Beschluss in der jüngsten Sitzung des Feuerschutzausschusses. Der Vorsitzende Frank Berstermann stellte die Rahmenbedingungen vor: 5000-Quadratmeter-Grundstück, moderner Verwaltungs- und Sozialtrakt, vier Fahrzeughallen, Wasch- und Pflegebereich sowie Atemschutzwerkstatt. Als Kosten veranschlagt die Gemeinde 1,2 Millionen Euro, Einsparungen in Höhe von 100 000 Euro sollen im Energiebereich und durch Eigenleistungen der Feuerwehrleute erzielt werden. Drei Ziele habe man erreichen wollen, führte Bürgermeister Peter Gausmann aus: ein modernes Gebäude, das ins Ortsbild passe und auch finanziell für Hagen zu stemmen sei.

Was folgte, war reihum ein „Auf-die-Schulter-Klopfen“ der Beteiligten: Die Politik lobte den Einsatz der Feuerwehrleute, die Vorarbeiten der Verwaltung und schlussendlich auch sich selbst. So sah Bastian Spreckelmeyer (CDU) einen „Abend von historischer Bedeutung“: Aus einer ursprünglichen Diskussion über die Zusammenlegung der beiden freiwilligen Feuerwehren sei ein breiter Konsens für den Neubau entstanden.

Hagen mache dennoch keine neuen Schulden und müsse in anderen Feldern nicht zurückstecken. Uwe Sprehe (SPD) sagte, dass der Entwurf sowohl die Interessen der Feuerwehr als auch die von Gemeinde und Politik berücksichtige. Die SPD gehe allerdings von höheren Gesamtkosten aus.

Sprehes Fraktionskollege Reinhard Wittke fügte auch einige kritische Worte an: Ursprünglich sei mit 750 000 Euro eine andere Zahl über mögliche Kosten im Umlauf gewesen. Man hätte sich erst über den Entwurf einigen, dann die Kosten ermitteln müssen und erst dann an die Öffentlichkeit gehen sollen. „Dann kommt auch nicht der Eindruck auf, wir kommen mit dem Geld nicht klar“, sagte der Sozialdemokrat.

Das Feuerwehrhaus ist Bestandteil des Bebauungsplans Nr. 187 „Altenhagener Esch III. Teil“. Die Ratsmitglieder verabschiedeten einstimmig den Satzungsbeschluss, sodass nun der Weg frei ist für eine Wohnbebauung.

Das Gelände umfasst 24 Grundstücke, 20 davon kann die Gemeinde in Eigenregie vergeben. Der Gemeinderat sprach sich darüber hinaus dafür aus, dass die Erschließungsstraße Anna-Stock-Straße heißen wird.