Entscheidung nicht vor März 2014

NOZ-Bericht vom 06.04.2013 von Henning Müller-Detert Infoveranstaltung zur möglichen Ortskernsanierung in Hagen hmd Hagen. Kurz und bündig lautet das Ziel, dass Hagen eine „attraktive Ortsmitte“ anstrebt. Deshalb will die Gemeinde Gelder aus einem Förderprogramm für eine Sanierung des Zentrums beantragen. Am Donnerstagabend fand die erste Informationsveranstaltung im Rathaus statt.

Noch ist nichts in Stein gemeißelt, so viel wurde aus den Beiträgen von Bürgermeister Peter Gausmann, Judith Artmann (Baubecon Sanierungsträger) sowie Matthias Desmarowitz (Ingenieurplanung Wallenhorst) deutlich. Das betrifft nicht nur mögliche Maßnahmen und das genaue Sanierungsgebiet, sondern das Vorhaben überhaupt. Denn die Gemeind e muss zunächst einmal bis zum 1. Juni einen Antrag für das Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ stellen. Und eine Entscheidung wird es nicht vor März 2014 geben, berichtete Artmann. Sollte Hagen den Zuschlag bekommen, dann übernehmen Bund und Land zwei Drittel der Kosten.
Dass eine Neugestaltung des Ortskerns notwendig ist, davon zeigte sich Gausmann überzeugt. Bei einer früheren Sanierung in den Achtzigerjahren seien nicht alle Ziele erreicht worden, wie zum Beispiel die Aufwertung des Gibbenhoffs zu einem wirklichen „Verweilplatz“.
Desmarowitz stellte in einem weiteren Schritt die bisherigen Überlegungen vor, die Eingang in das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) finden. Hauptansätze sind die Bereiche Rathaus und Gibbenhoff sowie ein Konzept, damit die Geschäftszeile in der Dorfstraße und das Fachmarktzentrum an der Hüttenstraße voneinander profitieren. Neben einer Reihe von Pluspunkten, die Hagen für sich verbuchen kann (unter anderem kompakter historischer Ortskern, beliebter Wohnstandort, Nähe zu Osnabrück), hatte der Stadtplaner auch einige Minuspunkte herausgearbeitet, die im Zuge der Sanierung beseitigt werden sollen. Dazu gehören die zum Teil modernisierungsbedürftige Fußgängerzone, Leerstände im Geschäftszentrum oder der verhältnismäßig hohe Durchgangsverkehr im Ortskern. Als Handlungsschwerpunkte leitete Desmarowitz die Stärkung des Einzelhandels, Förderung des Tourismus sowie die verkehrliche Entlastung des Zentrums ab. Allerdings: Die Liste ist nicht geschlossen, vielmehr hoffen die Planer auf Anregungen von Einwohnern.
Diese Anregungen blieben bei der Auftaktveranstaltung allerdings noch aus, denn die anwesenden Bürger hielten sich mit Beiträgen zurück. Nur bei einem Punkt kam Leben in die Besucher. „Die sanierungsbedingte Wertsteigerung wird abgeschöpft“, sagte Artmann. Damit meinte sie, dass einige Anwohner, deren Grundstückswerte sich erhöhen, möglicherweise sogenannte Ausgleichsbeträge zahlen müssen.
Noch sei aber völlig unklar, ob es überhaupt Anlieger betreffe, versicherte Gausmann. Eine Teilnehmerin wies allerdings darauf hin, dass sie schon bei der vorherigen Ortskernsanierung habe zahlen müssen. Nun fürchte sie, dass sie erneut herangezogen werde, obwohl ihr Grundstück am Rande des Sanierungsgebiets liege.