Wo kommunaler Wohnungsbau sinnvoll ist

Am Beispiel der HaseWohnbau GmbH & Co. KG ließen sich Vertreter der SPD-Kreistagsfraktion und der SPD-Fraktion des Hagener Rates die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft erläutern.

Der Hagener SPD Ortsverein erkundigte sich bei Dr. Horst Baier (3. v. l.), Bürgermeister von Bersenbrück, über die Möglichkeiten der Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft.

Im Bersenbrücker Rathaus wies der Geschäftsführer der Hasewohnbau und Samtgemeinde-bürgermeister, Dr. Horst Baier, in seinem Vortrag auf seine Beweggründe und Rahmen-bedingungen hin, die vor gut einem Jahr zur Gründung der Gesellschaft führten. „Der Mangel an kleinen und günstigen Wohnungen und das prognostizierte Bevölkerungswachstum von über 10% in der Samtgemeinde Bersenbrück waren Anlass für ein direktes Engagement der Samtgemeinde auf dem privaten Wohnungsmarkt“, so Baier. „Die neue Gesellschaft soll gezielt auch kleinere Mitgliedsgemeinden  bei der Schaffung von Wohnraum und der Beseitigung von städtischen Problemimmobilien unterstützen.“ Seit einem Grundsatzbeschluss im Samtgemeinderat bis zum Eintrag ins Handelsregister seien nur vier Monate vergangen. Derzeit seien erste Bauprojekte in Vorbereitung, Anträge auf Förderung und Kredite bei der NBank seien gestellt. Weiter berichtete Baier über den zukünftigen Zeitplan: „Das erste Bauprojekt mit acht Wohneinheiten in Ankum soll Anfang 2018 starten, weitere Projekte in Gehrde, Kettenkamp und Alfhausen sind in Planung.“ Er selbst habe mit einer so schnellen Entwicklung gar nicht gerechnet. Dies zeige aber, dass der kommunale Wohnungsbau hier eine Lücke schließe, die private Unternehmen nicht leisten können, vermutet Thomas Rehme, Vorsitzender der SPD/UWG-Gruppe im Kreistag. „Ziel von Privaten sei es, möglichst schnell Gewinne zu erzielen. Die Inanspruchnahme von Fördermitteln ist bei privaten Investoren gering, da dies mit der Auflage geringer Mieten im Bereich 5,60€/m² verbunden ist. Eine kommunale Gesellschaft wie die HaseWohnbau GmbH & Co. KG verfolgt nicht in erster Linie Gewinnziele und kann daher Anfangsverluste in Kauf nehmen.“ Ob die Gründung einer ähnlichen Gesellschaft auch für andere Kommunen sinnvoll ist, müsse jede einzelne Stadt oder Gemeinde für sich prüfen, waren sich die Mitglieder der Hagener SPD um ihren Fraktionsvorsitzenden, Reinhard Wittke, einig. Neben dem Angebot von günstigem Wohnraum sei auch der Aspekt wie eine Erhöhung der Aktivitäten von Privaten bei Ankündigung einer kommunalen Gesellschaft eine willkommene Begleiterscheinung.