Hagen investiert Rekordsumme

Investition im Ortskern: Nach dem Abriss der ehemaligen Fleischerei und der Entkernung des Gebäudes Jahnstraße 4 sollen in den kommenden Monaten im Erdgeschoss Praxisräume, im Obergeschoss zwei Wohnungen für Menschen mit Handicap entstehen. Bild: Gert Westdörp

NOZ-Artikel vom Samstag 15.12.2018

Gleichzeitig baut Gemeinde Schulden ab / Haushaltsplan im Rat vorgestellt

HAGEN Nein, Flausen sollten sie sich in Hagen jetzt nicht in den Kopf setzen, denn „dafür reichen die Ergebnisse auf der Ertragsseite nicht aus“, mahnte Bürgermeister Peter Gausmann. Dennoch, konstatierte er, sei es wieder ein Resultat der guten Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung, dass der Entwurf des Haushalts 2019 die finanzpolitischen Ziele ohne Steuer- und Gebührenerhöhungen für alle Hagenerinnen und Hagener erreicht und der kontinuierliche Schuldenabbau dabei weiter vorangetrieben werde.

Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2019, den Hagens Kämmerin Christine Möller am Donnerstag vorstellte, hatte es in sich: Er umfasst nicht nur 366 Seiten, sondern weist auch ein neues Rekordvolumen in Höhe von 24,3 Millionen Euro aus. Außerdem kratzt die Kirschgemeinde erstmals an der Sechs-Millionen-Euro-Marke. 5,96 Millionen Euro, so viel wie noch nie, will die Kommune in die Hand nehmen und in die Infrastruktur investieren.

Die hohe Investitionssumme fällt jedoch nicht aus heiterem Himmel: Gebäudesanierungen und Straßenunterhaltungen, Modernisierung der Feuerwehren, der Neubau von drei Krippen, die Ortskernsanierung, Dorferneuerung, der Hochwasserschutz – alles Projekte, um die die Gemeinde im Jahr 2019 nicht herumkommt. Und die entsprechend Geld kosten.

Den größten Teil der Summe verschlingt der Bereich Ortsentwicklung und Ortskernsanierung. „Investitionsschwerpunkt in der Obermark sind die Projekte Jahnstraße 4 und die Umgestaltung des Gibbenhoffs“, erklärte Möller. Für die weitere Entwicklung der Niedermark sind Baukosten in Höhe von 500 000 Euro im Etat eingeteilt.

Im Bereich Wohnbauförderung gibt die Gemeinde Hagen rund eine halbe Million Euro für die Erschließung des Baugebietes „In den Fleeten“ aus. Außerdem werden 2,3 Millionen Euro in die Gemeindestraßen fließen. Der ÖPNV – die Gemeinde Hagen ist eine der ersten, die an das E-Bus-Netz der Stadtwerke Osnabrück angebunden wird – profitiert mit 300 000 Euro, die Förderquote liegt bei 85 Prozent. Dafür werden Lade- und Wendemöglichkeiten geschaffen.

„Wir werden den Weg des kontinuierlichen Schuldenabbaus weitergehen, um die Belastungen für unsere nachfolgenden Generationen zu reduzieren“, sagte Möller. „Die obersten Zielvorgaben, die nachhaltige Sicherung der gemeindlichen Haushaltswirtschaft und eine Finanzierung ohne Neuverschuldung, sind uns gelungen, das ist eine erfreuliche Nachricht.“

Uwe Sprehe, Vorsitzender des Finanzausschusses, erklärte für die SPD-Fraktion: „Wir werden im neuen Jahr sicherlich Haushaltsklausuren haben, in denen der ein oder andere Punkt noch diskutiert werden muss.“ An den Rat appellierte der Sozialdemokrat, die „finanziellen Ziele der Gemeinde weiter im Blick zu behalten.“ Der Haushaltsplan 2019 wird von den Ratsmitgliedern in ihrer Sitzung am 7. März 2019 final verabschiedet.

Eine Tradition im Hagener Rat bescherte dem Schullandheim Mentrup-Hagen eine Spende in Höhe von 600 Euro. Jedes Ratsmitglied hatte 20 Euro in der letzten Sitzung des Jahres gespendet. Die Fraktion der Grünen hat sich für die Einrichtung als Empfänger entschieden. Das Geld nahm Christel Steinkamp stellvertretend für den Vorstand entgegen.