SPD-Hagen unterstützt Amtsinhaber Peter Gausmann

Wollen Amtsinhaber Peter Gausmann (3. von links) ebenfalls im Rathaus auf dem Chefsessel halten. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Uwe Sprehe (2. von links) und Vorstandskollegen geben den Mitgliederbeschluss bekannt Bild: Horst Troiza (NOZ)

NOZ-online-Bericht von Horst Troiza vom 19.03.2019

Hagen . Jetzt ist es amtlich. Die SPD in Hagen tritt zur Bürgermeisterwahl am 26. Mai mit keinem eigenen Kandidaten an, sondern unterstützt den Amtsinhaber Peter Gausmann. Der Ortsvereinsvorsitzende Uwe Sprehe hat dies als Ergebnis eines Mitgliederbeschlusses bekanntgegeben.

Ganz so überraschend kommt diese Nachricht nicht. Schon im September vergangenen Jahres hatte der Vorstand des Ortsvereins den Verzicht auf einen eigenen Kandidaten gefasst – nur wenige Tage, nachdem Gausmann seine Bereitschaft zur erneuten Kandidatur erklärt hatte.

CDU-Kandidatur wäre keine Option

Inhaltliche Gespräche zwischen den beiden Seiten waren nach Auskunft Sprehes noch früher geführt worden. „Es musste aber erst geklärt werden, ob Peter wieder als Unabhängiger antreten wird. Es wäre keine Option gewesen, ihn als CDU-Kandidaten zu unterstützen“. Nachdem das abgehakt werden konnte, war darüber gesprochen worden, inwieweit Gausmann politische Forderungen der Sozialdemokraten wie etwa das Thema der Förderung des sozialen Wohnraums zu unterstützen bereit wäre. „Auch da haben wir Übereinkunft erzielt“, so Sprehe.

Am vergangenen Donnerstag stellte sich Gausmann auf der Mitgliederversammlung des Ortsvereins vor und skizzierte dort Inhalte seiner zweiten Amtsperiode. Im Anschluss sprachen sich die Mitglieder bei einer Gegenstimme für eine Unterstützung seiner Kandidatur aus. „Zu dieser Zeit war er nicht mehr anwesend. Ich habe ihm am nächsten Tag das Ergebnis mitgeteilt“, beschrieb Sprehe das Procedere.

Gausmann hatte die Wahl vor acht Jahren mit einem deutlichen Ergebnis von knapp 75 Prozent der Wählerstimmen für sich entscheiden können. Auch damals war er als Unabhängiger in Rennen gegangen, war aber von der CDU für das Amt nominiert worden. Mitbewerber war Reinhard Wittke gewesen, der Sozialdemokrat hatte nur ein Viertel der Wählerstimmen auf sich vereinigen können.

Inhaltliche Überschneidungen

Ob dieses Ergebnis ausschlaggebend gewesen war, dieses Mal keinen eigenen Kandidaten aufzustellen, verneinte Sprehe. „Es gibt eine Reihe von Überschneidungen bei Themen, die für die Zukunft Hagens von Bedeutung sind. Das hat sich während des Verlaufs der aktuellen Ratsperiode wiederholt gezeigt und wird sich fortsetzen“. Das habe den Entschluss reifen lassen, dem Amtsinhaber das Vertrauen zu schenken.

Gausmann dankte bei der Bekanntgabe für den „großen Vertrauensbeweis“ und betätigte, dass es „übereinanderliegende Vorstellungen“ zwischen beiden Seiten gibt. Auch er nannte das Thema Wohnen. „Wir haben beraten, dass es ein Thema sein muss, verträgliche Mietkosten zu schaffen“.

Er hob die konstruktive Arbeit der im Rat vertretenen Parteien hervor, die in den vergangenen Jahren geleistet worden sei. Jede der Gruppen könne für sich reklamieren, wichtige Beiträge geliefert zu haben. „Die Fraktionen diskutieren heute wertfrei – und mir ist es egal, woher, von welcher Gruppe etwas kommt. Wichtig ist doch nur, dass es dabei hilft, Hagen weiterzuentwickeln“.